Ultraleichte Packliste für 3-Jahreszeiten

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

Herzlichen Glückwunsch! Du hast hast dich dazu entschieden eine lange Wanderung zu machen. Vielleicht hast du schon lange mit dem Gedanken gespielt dich auf den Weg zu machen und machst deinen Traum von einer Fernwanderung nun endlich wahr. Ob du eine Pilgerwanderung auf einem der Jakobswege machen möchtest oder auf einem der Europäischen Fernwanderwege unterwegs sein wirst – vorher geht es an das Planen und Packen!
Aber, was sollst du mitnehmen? Stürme, wochenlanger Regen, superheiße Sommer, steile Anstiege und staubige Ebenen – deine Ausrüstung muss dich zuverlässig bei den Herausforderungen unterstützen die bei deiner Wanderung auf dich warten. Wenn du zu wenig einpackst, wird es dir vielleicht an Etwas mangeln. Viele Leute sind schon vom Wetter überrascht worden oder haben bibbernd gelernt, dass die Nächte im Mai noch ganz schön kalt sein können.
Wenn du zu viel einpackst wirst du langsamer, das Verletzungsrisiko steigt und vielleicht scheitert die Tour an einer Überbelastung deines Körpers. Es scheitern mehr Fernwanderer an Verletzungen durch zu hohe Leistungssteigerung als an mangelnder Ausrüstung. Darum ist die Devise beim Packen: Die Ausrüstung muss so klein und leicht wie möglich sein!

Wandern ist eine individuelle Angelegenheit …

Was bei deiner Wanderung in deinen Rucksack gehört ist die Summe vieler ganz individueller Entscheidungen und Faktoren. Dein Ziel, deine Fitness, dein Alter und dein Gesundheitszustand spielen genau so eine Rolle beim Packen deines Rucksacks wie dein Komfortempfinden. Es gibt Wanderer, die sich ihre Reisekoffer am Morgen per Taxi in das nächste Hotel chauffieren lassen und am Abend, nach nur ein paar Kilometern, völlig erschöpft in ihr weiches Bett fallen und sich vor dem nächsten Wandertag gruseln. Auf der anderen Seite laufen Menschen zig Kilometer mit 30 Kilogramm auf dem Rücken durch dichtes Unterholz, nennen das einen Spaziergang, schlafen auf einer dünnen Decke im Wald und sind am nächsten morgen ausgeruht und frisch. Wie du dein Ziel erreichst hängt sehr davon ab woher du kommst und was deine Grundlagen sind.

…, aber so individuell ist es auch wieder nicht!

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass die Probleme auf die du bei deiner Wanderung stoßen wirst, mir hoher Wahrscheinlichkeit die gleichen sein werden, auf die schon andere Menschen auf Wanderung gestoßen sind. Dir wird vielleicht die Lust ausgehen, weil du die Anstrengungen unterschätzt hast. Dagegen hilft leichtes Gepäck und die Fähigkeit den inneren Schweinehund immer wieder auf seinen Platz zu verweisen. Vielleicht wird dir das Geld ausgehen, bevor du dein Ziel erreichst. Investiere also nicht schon ein Vermögen in deine Ausrüstung, bevor du überhaupt den ersten Fuß vor die Tür gesetzt hast. Kaufe Ausrüstung die günstig ist und ihre Aufgabe erfüllt. Vor der nächsten Tour kannst du immer noch nachrüsten. Vermeide teure Luxusprodukte und Übernachtungen in Hotels und Herbergen. Eventuell wirst du Schmerzen in den Gelenken bekommen, weil dein Körper das tagelange Laufen mit Gepäck nicht gewohnt ist. Starte langsam und pack nicht zu viel Zeug ein.
Übrigens: ich habe noch nie davon gehört, dass jemand eine Tour abbrechen musste weil die Wäsche zu schmutzig war oder der Rucksack zu leicht. Außerdem ist es immer besser mit stinkenden Socken sein Ziel zu erreichen, als mit einem Rucksack voller sauberer Unterwäsche eine Tour abbrechen zu müssen. Darum spielt saubere Unterwäsche beim Packen eine sehr untergeordnete Rolle!

Du solltest vorher üben

Rucksack, Zelt, Schlafsack, Gaskocher und die ganze Ausrüstung helfen dir nur, wenn du weißt wie du sie benutzen musst. Es ergibt also durchaus Sinn, wenn du das Zeug ausprobierst bevor du deine Gesundheit daran hängst. Eine Zeltübernachtung in der näheren Umgebung, sogar im eigenen Garten, kann vor bösen Überraschungen schützen. Es ist immer besser eine Probeübernachtung abzubrechen, als sich von der Bergwacht evakuieren zu lassen, weil man keine Batterien in der Taschenlampe hat.
Wenn du neu in das Trekking und Wandern einsteigst, musst du noch eine Menge lernen. Mit der Zeit wird alles einfacher werden. Das Zelt baut sich nach einigen Versuchen wie von selbst auf, über die Verpflegung musst du nicht mehr Nachdenken. Du weißt dann was du brauchst und worauf du verzichten kannst. Ein paar Grundsätzliche Dinge möchte ich dir aber ans Herz legen, bevor du sie “auf die harte Tour” lernst.

Grundsätzliche Tipps

  • Bei einer Wanderung geht es ums Wandern. Campieren spielt eine untergeordnete Rolle. Setze alles daran deine langen Wandertage so angenehm wie möglich zu gestallten und deinen Körper gesund zu halten. Du willst leichtes Gepäck und leichte Schuhe tragen. Je mehr Gedanken du dir um das Gewicht deiner Ausrüstung machst, desto weniger musst du dir Gedanken um deine kaputten Knie machen. Du hast keine kaputten Knie? Wir sprechen uns nach den ersten 500 km nochmal, ok?
  • Du brauchst Trekkingstöcke! Trekkingstöcke entlasten Füße, Knie und Becken. Du ersparst dir viel Ärger, wenn du Trekkingstöcke benutzt. Zudem gibt es Zelte die mit Trekkingstöcken aufgebaut werden können. Dadurch kannst du auf das Schleppen von schweren Zeltstangen verzichten. Ich kenne viele Leute die mit Trekkingstöcken nichts anfangen konnten, bevor sie sie ausprobiert hatten. Ich kenne nur Einen der danach weiterhin ohne Trekkingstöcke gewandert ist. Auf allen alten Abbildungen von Pilgern und Wanderern haben die Leute Stöcke dabei. Sei nicht dumm, benutze Trekkingstöcke! Wirklich, die sind gut!
  • Wasser ist schwer, nimm nur soviel mit wie du zur nächsten Quelle benötigst. Dafür musst du wissen wo die nächste Quelle ist. Wasser gibt es in Supermärkten, an Tankstellen, an Kirchen und Friedhöfen, in Gartenanlagen auf öffentlichen Toiletten in Bars, Restaurants und Eisdielen oder es kommt aus einem Berg. Zeichne dir diese Orte in deine Karte ein bevor du deine Etappen planst. Es gibt wenig Dümmeres als Wasser von einer Quelle zur nächsten zu schleppen und es ist schlecht für die Stimmung am Abend kein Wasser mehr für eine Mahlzeit zu haben. Wasser ist wichtig und gute Wasserplanung kann recht aufwändig sein.
  • Du brauchst keine Säge für ein Lagerfeuer, kein großes Messer, keine Waffen und keine medizinische Ausrüstung für ein halbes Bataillon. Lass diesen Quatsch zu Hause!

Welche Produkte empfehle ich dir hier (nicht)

Diese Packliste soll dir als Einstieg dienen, damit du dir mit der Zeit deine eigene Lieblingsausrüstung zusammenzustellen kannst. Bei manchen Punkten mache ich konkrete Vorschläge für Produkte mit denen ich selbst gute Erfahrungen gemacht habe. Wenn ich dir an manchen Stellen kein konkretes Produkt vorschlage liegt es daran, dass ich meine eigene Ausrüstung – aufgrund des Preises oder der Handhabung – als ungeeignet für Einsteiger empfinde. Zudem sind die vorgeschlagenen Produkte für nächtliche Temperaturen ab etwa +5° C geeignet. Unerfahren solltest du nicht alleine draußen übernachten, wenn es kälter wird.
Teile meiner Ausrüstung lasse ich mir direkt aus dem Herstellungsland schicken. Dadurch spare ich Geld und ich rate dir dazu es genauso zu machen. Ich verlinke direkt auf den Artikel bei AliExpress. Manches gibt es auch bei Amazon oder im Fachhandel, aber zu höheren Preisen.

Ultraleichte Packliste

Unterkunft

1 x ZeltTip: Vergleich 2021: 6 günstige ultraleichte Zelte für eine Person
Heringe

Die Schlafausrüstung

Isomatte oder Luftmatratze
Schlafsack oder QuiltTip: Ultraleichter 3-Jahreszeiten Schlafsack: AEGISMAX M2
KopfkissenTip: Naturehike Aeros Pillow

Kochen und Essen

1 x Gaskocher und KartuscheTip: Ultraleichter Gaskocher aus Titan: BRS-3000T
1 x kleiner TitantopfTip: TOAKS 650ml Titan Pot
1 x Löffel oder SporkTip: TiTo Titan Löffel
1 x MesserTip: Victorynox Bantam
1 x BecherTip: Sea-to-Summit X-CUP
1 x ein Stück von einem SchwammTip: Reinigungsschwamm
1 x FeuerzeugTip: BIC Mini
2 x 1,5 l PET-Flaschen

Bekleidung

Schuhe
Trekkingschuhe, Trailrunning- oder Laufschuhe
1. Bekleidungschicht
2 x Funktionsunterwäsche aus Kunstfaser oder MerinowolleTip: Merinounterwäsche
2 x TrekkingsockenTip: Merino Trekkingsocken
2. Bekleidungsschicht
1 x Wanderhemd oder Funktions-Shirt aus Kunstfaser oder MerinowolleTip: Columbia Trekkingshirt
1 x Trekkinghose oder LaufhoseTip: Columbia Zip-Off-Hose
Kälteschutz
1 x leichte gut isolierende Jacke. Beliebt sind Daunenjacken oder Fleecejacken.
1 x Longsleeve, langes Unterhemd oder Armlinge
1 x Leggings oder lange Unterhose
1 x Mütze
1 x Halstuch, Schal oder Buff
1 x leichte Handschuhe
Nässeschutz
1 x Regenjacke
1 x Regenhose oder Regenrock
1 x Regenschirm
1 x Regenschutz für den Rucksack
Sonnenschutz
1 x Schirmmütze oder Sonnenhut
1 x Sonnenbrille
Schlafbekleidung
1 x Baselayer aus Kunstfaser oder Merinowolle
1 x Socken

Elektronik

Mobiltelefon
Ladekabel und Netzteil
Powerbank
Kopflampe

Hygiene & Kosmetik

leichtes Trekkinghandtuch (ich nehme dafür kleine Microfaserputzlappen)
Feuchttücher (Baby-Wipes)
Nagelknipser oder Nagelschere
Toilettenpapier & kleine Schaufel
Handdesinfektion
Zahnbürste, Zahnpasta oder Zahnpastatabs, Zahnseide, Mündspülung
Kamm oder Bürste
Universalseife
Zeckenschutz
Sonnencreme

Erste-Hilfe und Medikamente

LeukoplastTip: Leukoplast
Nadel und FadenTip: mittlere Nähnadel und etwa 5 Meter Garn
RettungsdeckeTip: Rettungsdecke
kleine PflasterTip: Pflaster
VerbandpäckchenTip: Verbandpäckchen mit Wundauflage
SchmerztablettenTip: Ibuprofen
Mittel gegen DurchfallTip: Imodium akut lingual
ZeckenzangeTip: Zeckenzange & Zeckenhaken
Ersatz-FeuerzeugTip: BIC Mini
Medikamente, die du regelmäßig einnehmen musst

Sonstiges

TrekkingstöckeTip: ALPIDEX Carbon-Trekkingstöcke
ArmbanduhrTip: Casio W-800H-1AVES